Die Umbalfälle sind ein wirklich tolles Ausflugsziel in Osttirol. Die leichte Wanderung ist gut machbar. Wir haben die besonderen Wasserfälle von Matrei aus besucht, wo man sehr gut im Alpenparks Montana übernachten kann. Von dort bist du auch schnell auf den schönen Almen und Bergseen in Osttirol. Übernachten kannst du dort in modernen Ferienwohnungen (mit privater Sauna) oder im Hotel – mit einem extrem guten Frühstücksbuffet.
➔ Willst du mehr darüber wissen? Hier die offizielle Webseite vom Alpenparks Montana.
Umbalfälle Osttirol: Die sehenswerten Umbaltal Wasserfälle
Ich muss dir unbedingt von meinem Ausflug zu den Umbalfällen ganz hinten im Osttiroler Virgental erzählen. Ganz ehrlich: Ich habe ja schon sehr viele Wasserfälle gesehen, aber dieser Wasserfall in Tirol ist wirklich besonders schön – und im Vergleich zu den bekannten Wasserfällen in Österreich wie den Krimmler Wasserfällen, dem Stuibenfall oder dem Bad Gasteiner Wasserfall ist dieser Wasserfall noch nicht so stark überlaufen. Das liegt vielleicht auch an der Lage mitten in den Bergen.
–> hier alle Infos zur Anreise.
Die Umbalfälle bei Prägraten am Großvenediger gehören zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen in Osttirol. Die Wasserfälle liegen genau genommen bei Ströden im Nationalpark Hohe Tauern. Hier ist die zivilsierte Welt zu Ende: Vom kleinen Weiler Ströden führt der NaturKraftWeg hinein in das Umbaltal.
Hier zeigt die Isel, welche Kraft in einem Gletscherfluss steckt. Das Wasser kommt aus dem hochalpinen Umbaltal. Es wird vom Schmelzwasser des Umbalkees gespeist. Das ist der Gletscher ganz hinten im Tal.
Aber Achtung: Die Umbalfälle sind kein einzelner, senkrechter Wasserfall. Vielmehr wanderst du entlang eines rund 1 Kilometer langen Abschnitts der Isel, in dem sich das Wasser über Katarakte, Kaskaden und Felsstufen seinen Weg durch das Tal bahnt. Aussichtsplattformen bringen dich in diesem Bereich erstaunlich nah an die Isel – und haben uns wirklich staunen lassen.





Die Umbalfälle sind kein einzelner Wasserfall
Der Name „Umbalfälle“ kann ein wenig in die Irre führen. Denn tatsächlich handelt es sich nicht um einen einzigen Wasserfall, der an einer Felswand mehrere Dutzend Meter in die Tiefe stürzt. Die Umbalfälle sind mehrere Wasserfallstufen der Isel. Das Wasser schießt über Felsstufen, wird durch enge Rinnen gezwungen, sammelt sich in Gumpen und wird anschließend wieder mit großer Geschwindigkeit talwärts gedrückt.
Osttirol Tourismus beschreibt die Umbalfälle als Stufenfälle der Isel. Diese Bezeichnung trifft den Charakter ziemlich gut. An manchen Stellen kannst du direkt beobachten, wie das Wasser über glatt geschliffenes Gestein läuft. An anderen Stellen verschwindet die Isel tief unten in der Schlucht und ist nur noch als tosende Wassermasse zu sehen. Das Erlebnis entsteht deshalb nicht an einem einzigen Fotopunkt. Die Wanderung entlang der Katarakte ist der eigentliche Höhepunkt.
Untere und Obere Umbalfälle – wo liegt eigentlich der Unterschied?
Auf dieser Webseite möchte ich zwischen den Unteren Umbalfällen und den Oberen Umbalfällen unterscheiden. Denn beide Begriffe werden zwar verwendet, beschreiben aber nicht zwei voneinander getrennte Ausflugsziele, die du einfach besuchen kannst. Die Unteren Umbalfälle sind der Bereich, den du bei der bekannten Wanderung tatsächlich hautnah erlebst. Hier verläuft der Wasserschaupfad mit seinen Aussichtskanzeln und Plattformen entlang der Isel. Du kannst die Katarakte von oben betrachten, an anderen Stellen fast direkt neben dem Wasser stehen und je nach Wasserstand sogar die Gischt spüren. Genau dieser Bereich wurde 1976 als Wasserschaupfad für Besucher erschlossen und ist heute der touristisch bekannte Teil der Umbalfälle.

Die Oberen Umbalfälle liegen dagegen weiter oben im Verlauf der Katarakte. Sie sind landschaftlich ebenfalls beeindruckend, werden aber nicht durch einen Wanderweg erschlossen. Das ist ein wichtiger Unterschied, wenn du dir vor der Wanderung Fotos und Beschreibungen anschaust: Die Oberen Umbalfälle kannst du am oberen Ende des erschlossenen Bereichs aus sehen beziehungsweise vom weiteren Wanderweg ins Umbaltal erahnen – aber du kannst sie nicht auf dieselbe Weise erleben wie die Unteren Umbalfälle.
GUT ZU WISSEN
Für deinen Ausflug bedeutet das also: Du wanderst zu den Unteren Umbalfällen und erlebst dort den eigentlichen Wasserschaupfad. Die Oberen Umbalfälle bilden den weiter oben liegenden unzugänglichen Teil der Wasserfälle.
Der NaturKraftWeg – mitten hinein in die Wassergewalt

Die touristische Erschließung der Umbalfälle erfolgt über den NaturKraftWeg Umbalfälle. Die Rundwanderung startet in Ströden auf etwa 1.400 Metern Höhe. Offiziell wird die Wanderung als leicht eingestuft. –> hier die Details zum Umfalfälle Schwierigkeitsgrad.
Das Besondere an diesem Weg ist die Nähe zum Wasser. An einigen Stellen befindest du dich hoch über der Schlucht der Umbalfälle und blickst auf die Katarakte hinunter. An anderen Stellen führt der Weg so nah an die Isel heran, dass du bei der Schneeschmelze im Frühsommer die Gischt spürst und die Kraft des Wassers unmittelbar wahrnimmst. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven und Erlebnisse machen die Wanderung interessant. Du siehst die Umbalfälle nicht einfach einmal, sondern bekommst während des Weges immer wieder einen anderen Blick auf die Isel.
–> so geht die Umbalfälle Wanderung
1976 – der erste Wasserschaupfad Europas
Die Geschichte der Umbalfälle ist besonders interessant, weil sie eng mit dem Schutz der Isel verbunden ist. 1976 wurde der Wasserschaupfad an den Unteren Umbalfällen eröffnet. Er gilt als erster Wasserschaupfad Europas. Ursprünglich stand dahinter nicht ausschließlich die Idee, einen schönen Wanderweg für Besucher zu schaffen. In den 1970er-Jahren gab es Pläne, die Wasserkraft der Isel im Umbaltal mit einem Wasserkraftwerk zu nutzen. Der Wasserschaupfad sollte deshalb auch zeigen, welchen Wert der frei fließende Fluss und seine Landschaft besitzen.
Der Weg wurde damit zu einem Instrument des Naturschutzes. Ausgerechnet das touristische Interesse an den Umbalfällen trug später dazu bei, die außergewöhnliche Landschaft stärker ins Bewusstsein zu rücken und ihren Schutz zu unterstützen. Das finde ich an den Umbalfällen besonders spannend: Der Weg, auf dem du heute gemütlich zu den Wasserfällen wanderst, ist ein Stück Naturschutzgeschichte.
1985 – eine gewaltige Sturzflut verändert den Wasserschaupfad
Nur wenige Jahre nach seiner Eröffnung wurde der Wasserschaupfad selbst zum Opfer der Naturgewalten, die er eigentlich zeigen sollte. In der Nacht vom 17. auf den 18. Mai 1985 kam es im oberen Iseltal nach einem Lawinenabgang zu einer gewaltigen Sturzflut. Der Lawinenabgang hatte den Umbalbach aufgestaut. Als sich der natürliche Damm löste, schoss das aufgestaute Wasser mit enormer Kraft talwärts. Dabei wurde etwa die Hälfte des damaligen Wasserschaupfades zerstört.
Der Weg musste anschließend neu gestaltet und wieder aufgebaut werden. Das Ereignis zeigt ziemlich eindrucksvoll, mit welcher Naturgewalt man es hier zu tun hat. Die Isel ist kein künstlich gezähmter Bach, sondern ein Fluss, der seinen Charakter und seine Wasserführung je nach Jahreszeit und Wetter deutlich verändert.
1991 – die Umbalfälle werden Naturdenkmal
Ein wichtiger Schritt folgte 1991. In diesem Jahr wurden die Umbalfälle zum Naturdenkmal des Landes Tirol erklärt. Damit erhielt der besondere Wert des Gebietes auch einen offiziellen Schutzstatus. Die Erklärung zum Naturdenkmal erfolgte ein Jahr vor der gesetzlichen Verankerung des Tiroler Anteils am Nationalpark Hohe Tauern.
Der Großbachfall – ein eigener Wasserfall an der Rundwanderung
Und dann gibt es auf der Wanderung noch einen Wasserfall, der häufig einfach zu den Umbalfällen dazugerechnet wird – der Großbachfall. Das stimmt aber nicht: Der Großbachfall ist nicht Teil der Umbalfälle. Während die Umbalfälle durch die Isel gebildet werden, handelt es sich beim Großbachfall um einen eigenen Wasserfall eines Seitenbaches. Der Großbach fließt aus dem Großbachtal herab und mündet später in die Isel.
Für Besucher spielt diese geografische Unterscheidung allerdings kaum eine Rolle – denn der Großbachfall liegt direkt an der Rundwanderung und gehört damit zum Erlebnis dazu. Auf dem Weg gibt es eine eigene Aussichtskanzel auf den Großbachfall. Von dort blickst du auf das herabstürzende Wasser des Seitenbaches.
Gerade weil die Umbalfälle selbst aus zahlreichen Katarakten bestehen, ist der Großbachfall eine schöne Ergänzung: Hier siehst du tatsächlich einen einzelnen, deutlich ausgeprägten Wasserfall. Wenn du die Rundwanderung machst, würde ich deshalb nicht einfach an der Aussichtskanzel vorbeilaufen. Sie ist ein eigener Höhepunkt der Tour – wegen dem gespaltenen Stein:



Von den Umbalfällen weiter ins Umbaltal
Die bekannten Wasserfälle sind dabei nur der Beginn des Umbaltals. Oberhalb der Katarakte verschwinden die Spuren der Zivilisation zunehmend. Das Tal wird ursprünglicher, die Berge werden höher und die Landschaft zunehmend alpin. Wenn du weiter wanderst, erreichst du die Clarahütte und kannst sogar noch weiter wandern. Ganz hinten liegt das Umbalkees, aus dessen Bereich die Isel gespeist wird. Die Beschreibungen des Iseltrail bezeichnen die Umbalfälle deshalb treffend als Tor zur hochalpinen Wildnis des Nationalparks Hohe Tauern.
–> Einblicke ins Umbaltal
Alle Informationen für deinen Besuch der Umbalfälle
- so geht das Erlebnis Umbalfälle mit Kindern
- wann die beste Zeit für die Umbalfälle?
- wieviel Zeit braucht man für die Umbalfälle?
- das ist der beste Umbalfälle Parkplatz
Mein Tipp für deinen Besuch
Die Umbalfälle in Osttirol sind ein außergewöhnliches Naturziel, weil hier mehrere Dinge zusammenkommen: ein frei fließender Gletscherfluss, gewaltige Katarakte, glatt geschliffener Fels, eine Schlucht und hochalpine Landschaft, die ohne große Anstrengung zugänglich ist. Die Unteren Umbalfälle sind der Teil, den du auf dem NaturKraftWeg hautnah erleben kannst. Die Oberen Umbalfälle liegen weiter oben und sind vom Weg aus nur zu erahnen. Der Großbachfall wiederum ist ein eigener Wasserfall, den du auf der Rundwanderung ebenfalls zu sehen bekommst.
Ich würde die Umbalfälle nicht als „schnellen Ausflug zu einem Wasserfall“ planen. Nimm dir Zeit für die unterschiedlichen Perspektiven. Achte einmal bewusst auf die Felsen. Die glatt geschliffenen Flächen, Gumpen und ausgewaschenen Rinnen sind eigentlich genauso interessant wie die Wassermassen selbst.
Du kommst hier nicht einfach zu einem Wasserfall, machst ein Foto und gehst wieder. Du wanderst entlang eines Flusses, der seit Jahrtausenden seine Umgebung verändert, und bekommst dabei gleichzeitig ein Stück Geschichte des Schutzes dieser Landschaft erzählt. Es lohnt sich definitiv hierher zu kommen und auch noch ein Stück ins Umbaltal hinein zu wandern.
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